Schuljahr der Nachhaltigkeit - Primarstufe
Zielsetzung
Das Schuljahr der Nachhaltigkeit (SdN) verfolgt das Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an hessischen Grundschulen zu verankern. Die Grundschulkinder lernen, was nachhaltige Entwicklung in ihrer und in der Lebenswelt anderer Kinder rund um den Globus bedeutet. Sie erproben im Unterricht Handlungsoptionen für eine nachhaltigere Welt, die sie auch in ihrem eigenen Alltag umsetzen können. Das Denken in Zusammenhängen wird gefördert, Empathie und Reflexionsfähigkeit werden gestärkt. Die Kinder erfahren die Selbstwirksamkeit, dass jede und jeder etwas zum Wandel beitragen kann.
Themenmodule und Unterrichtsmaterialien
In allen Modulen werden die Themen einer nachhaltigen Entwicklung mit kindgerechten und handlungsorientierten Methoden umgesetzt. Der rote Faden „Globale Gerechtigkeit“ wird mit der Weltkugel und den Lebenssituationen von Kindern in anderen Ländern veranschaulicht. Mit der Methode Handprint entwickeln die Kinder am Ende jedes Moduls Handlungsoptionen und können Selbstwirksamkeit erfahren. Die begleitenden Materialien bestehen aus reich bebilderten Arbeitsblättern, Hintergrundinformationen und Durchführungsabläufen. Sie können heruntergeladen und auf den Lernstand der Kinder angepasst werden. Mit Alltagsmaterialien können die Lernstationen leicht selbst hergestellt werden. Zusätzlich stehen bei elf Umweltbildungszentren in Hessen Materialkisten zu den Themenmodulen zur Verfügung. Die Unterrichtseinheiten können von den Schulen auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Im Schulalltag können einzelne Methoden oder Arbeitsblätter genutzt, die Themenmodule auf mehrere Schulstunden verteilt oder in einer Projektwoche umgesetzt werden.
Ablauf
Die acht Themenmodule sind passend zu den Hessischen Bildungsstandards für die 3. und 4. Klasse konzipiert. Die Themenmodule können personengeleitet oder mit Hilfe der frei verfügbaren Bildungsmaterialien eigenständig umgesetzt werden. Bei den personengeleiteten Durchführungen arbeiten geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit den Lehrkräften im Team-Teaching zusammen. Sie kommen in die Schulen, bringen alle notwendigen Materialien mit und führen die Module durch. Die Lehrkräfte bereiten die Nachhaltigkeitsthemen im im Unterricht vor und nach.
Ansprechpartner
Das Schuljahr der Nachhaltigkeit kann hessenweit bei einem Netzwerk geschulter Multiplikatorinnen und Multiplikatoren angefragt werden. Bei Interesse kann bei der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Hessen e.V. angefragt werden, die Kontakt zu regionalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern herstellen kann.
Mehr Infos zu den einzelnen Modulen mitsamt der zugehörigen Arbeitsmaterialien sind nachfolgend verlinkt.
Überblick zu den Modulen
Klimawandel und Klimaschutz - Lokal und Global
Das Klima-Modul bildet für alle Schülerinnen und Schüler einen verbindlichen Einstieg in die Unterrichtsmodule des Schuljahrs der Nachhaltigkeit. Gemeinsam wird interaktiv Basiswissen zum globalen Klimawandel erarbeitet.
Energie - schlau nutzen
Energie bestimmt den Alltag aller Menschen. Die Schülerinnen und Schüler lernen anhand verschiedener Energieträger deren Vor- und Nachteile kennen und bezüglich ihrer Zukunftsfähigkeit einzuschätzen.
Ernährung - fair und klimafreundlich
Unsere Ernährung ist ein Bereich aus dem täglichen Leben mit großem Einfluss auf die Klimabilanz. An Lernstationen erfahren die Schülerinnen und Schüler, welchen Einfluss der Konsum, die Produktion und der Transport von Nahrungsmitteln auf die Umwelt und Klimaentwicklung haben.
Mobilität - bitte wenden!
Nachhaltige Mobilität nimmt globale Zusammenhänge in den Blick: Wie hängen die lange Reise einer Jeans und der Transport von Lebensmitteln via Containerschiff mit dem Klimawandel zusammen? Diese und weitere Fragen greift das Modul "Mobilität" auf.
Abfall und Recycling - vermeiden, wiederverwenden, wiederverwerten
Müll ist überall. In diesem Themenmodul beginnen die Schülerinnen und Schüler, sich über unser Konsumverhalten und die daraus resultierenden Müllmengen Gedanken zu machen. Die Verteilung von Konsumgütern auf der Welt und das Thema „Wegwerfgesellschaft“ werden kritisch reflektiert.
Vielfalt auf dem Schulhof - Wildbiene und Co.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen spannenden Einblick in die Welt der biologischen Vielfalt und ihre Bedeutung für den Menschen.
Gewässer - Leben braucht Vielfalt
In diesem Modul wird die Wertschätzung von Gewässern für das tägliche Leben und für die Vielfalt der Lebewesen gestärkt.
Fair Play - Kinderrechte und Konsum
Spielen gehört weltweit zum Alltag von Kindern. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Bildung sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben.
Aktionsbaukasten - Öffentlichkeit ansprechen, planen und handeln
Unter dem Motto „Global denken, lokal handeln!“ sammelt und bewertet die Klasse eigene Projektideen. Anschließend kommt es zur Planung und Umsetzung.
„Nach dem Modul muss ich gleich los, wir Lehrkräfte haben eine Fahrgemeinschaft gegründet nach dem Klimamodul.“
(Jutta Kühlborn, Lehrerin, Theodor-Heuss-Schule)
„Ich hätte nie gedacht, dass eine Banane so wertvoll ist: kommt mit Schiff und Flugzeug von weit her, bläst viel CO2 in die Luft und wir werfen sie dann weg, nur weil sie ein bisschen braun ist! Zum Klimafrühstück haben wir leckere Smoothies damit gemacht.“
(Schülerin, 3. Klasse, Märkerwaldschule)
„Den Kindern gefällt es, wenn sie bei einem Thema ernst genommen werden, das alle angeht.“
(Barbara Eich, Lehrerin, Astrid-Lindgren-Schule)