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Der Schulgarten als BNE-Live-Labor

Wo ließe sich Gestaltungskompetenz besser erwerben als an einem Ort, der von den Schülerinnen und Schülern selbst gestaltet werden kann? Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist es, Menschen zu motivieren und zu befähigen, ihr Handeln am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung zu orientieren: ökologisch verträglich, ökonomisch tragfähig und sozial gerecht. Zusammengefasst werden die dafür benötigten Fähigkeiten und Fertigkeiten unter dem Begriff der Gestaltungskompetenz, die folgende Teilkompetenzen umfasst:

In der schulischen Bildung ist der Schulgarten der am umfassendsten geeignete Lernort für BNE, denn hier lassen sich alle Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz erwerben. Denn der Schulgarten ist ein Ort, an dem Natur und Kultur, Ökologie und Ökonomie „auf Augenhöhe“ eine lebendige Miniaturwelt gestalten, die große Zusammenhänge im Kleinen unmittelbar erfahrbar macht.

 

Empathie mit dem Lebendigen

Wenn wir in den Garten gehen, tauchen wir ein in lebendige Natur, wir nehmen sofort Kontakt auf zu Pflanzen und Tieren. So entsteht zunächst Empathie für Lebewesen, mit denen wir im Garten unmittelbar zu tun haben. Diese Erlebnisse werden im Schulgarten aber nicht einsam, sondern in der Gruppe gemacht.

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Globales Lernen im Schulgarten

Gärten sind eine universelle Kulturform. In Schulgärten kann nicht nur die regionale Kultur vermittelt werden, was eines ihrer wichtigen Anliegen ist, sondern auch der Anbau fremdländischer Kulturpflanzen kann, falls es das Klima zulässt, einen praktischen Einstieg ins globale Lernen und die Integrationsarbeit leisten.

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Die Zukunft im Blick

Gartenarbeit ist vorausschauende Arbeit. Wer im kommenden Jahr eine gute Ernte haben will, muss im Herbst zuvor den Kompost auf die Beete ausbringen. Und wer im Herbst einen reifen Kompost haben will, sollte ihn im Sommer umsetzen. Wenn ein Obstbaum gepflanzt werden soll, muss im Voraus berücksichtigt werden, wie groß er einmal wird und ein entsprechender Standraum eingeplant werden.

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Interdisziplinär und ganzheitlich

Ein Schulgarten ist per se ein interdisziplinäres Erfahrungsfeld. Biologisches Wissen ist Voraussetzung für den gärtnerischen Erfolg. Wer zum Beispiel eine Tomate zu früh auspflanzt, muss damit rechnen, dass sie erfriert, da sie aus frostfreien Regionen stammt. Man braucht handwerkliches Geschick, etwa Feinmotorik für’s Pikieren und den richtigen Dreh beim Zusammenschrauben eines Hochbeetes.

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Vorbeugung nach dem Vorbild der Natur

Vorbeugung ist ein wichtiges gärtnerisches Prinzip, das auch für einen nachhaltigen Lebensstil und für nachhaltige Politik charakteristisch ist. Gartenarbeit ist Landwirtschaft und damit abhängig von den Launen der Natur, d. h. dem Wetter und all den Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen, die den Kulturpflanzen schaden können.

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Der Schulgarten als Gemeinschaftsgarten

Im Privatgarten wird meist allein gegärtnert. Der Schulgarten hingegen ist ein Handlungs- und Erfahrungsfeld für Gemeinschaften. Ein Schulgarten wird von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern und möglicherweise auch externen Kooperationspartnern gemeinsam geplant und bewirtschaftet.

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Im Garten blühen Kompromisse

Die Qualität eines Gartens zeichnet sich dadurch aus, dass ein guter Kompromiss zwischen Natur und Kultur gelingt. Es gibt dabei nicht nur den einen richtigen, sondern unzählige gute Kompromisse, nicht nur zwischen Natur und Kultur, sondern auch zwischen verschiedenen Vorstellungen und Zielen.

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Interesse, Motivation und Selbstwirksamkeit

Ohne intrinsische Motivation ist nachhaltiges Handeln nicht möglich. Diese Motivation entsteht dann, wenn ein menschliches Grundbedürfnis angesprochen wird und man sich in seinem Handeln als selbstwirksam erlebt. Wie z. B. im Schulgarten!

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Verschiedene Leitbilder - Gemeinsamer Plan

Ein Garten kann vielfältige Funktionen erfüllen, und so haben Menschen ganz eigene Vorstellungen von einem Garten. Der eine möchte Gemüse anbauen, die andere vielleicht Sommerblumen anpflanzen, ein dritter sucht Ruhe und Erholung und eine vierte möchte einen Naturgarten mit vielen Kleinbiotopen verwirklichen.

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Alle werden gebraucht

Dass Gerechtigkeit nicht bedeutet, dass alle das gleiche müssen und dürfen, sondern das Respektieren und gegenseitige Ausbalancieren individueller Bedürfnisse, Fähigkeiten und Interessen, ist ein langer und schwerer, aber lebensnotwendiger Lernprozess.

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Selbst & Handeln

Im Garten merkt man schnell, dass Reden allein nicht hilft. Denn wenn man sich nicht selbst aktiv plant und handelt und sich um den Garten kümmert, wächst und gedeiht es eben nicht so, wie man es sich vorstellt. Im Garten merkt man schnell, dass Reden allein nicht hilft.

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